Nebenkosten und Betriebskostenabrechnung

Zusätzliche Kosten im Mieterverhältnis

Nebenausgaben, geläufiger ist hierbei der Ausdruck Nebenkosten, entstehen immer dann, wenn zusätzlich zu einer finanziellen Hauptlast weitere Kosten beziehungsweise Ausgaben anfallen. Der bekannteste Fall ist hierbei wohl die Miete. Nebenkosten umfassen in diesem Fall das, was man für die Versorgung mit Wasser und Wärme zahlt, und zusätzliche Kosten wie beispielsweise einen Hausmeisterservice oder die Regelung der Müllentsorgung. Nebenkosten aus der Betriebskostenabrechnung verstehen - nicht immer so leicht.In vielen Fällen werden die Nebenkosten in den deutschen Großstädten bereits als zweite Miete bezeichnet, weil sie oftmals so hoch ausfallen, dass sie fast schon dem Preis entsprechen, den man für die Kaltmiete in einem Haus oder einer Wohnung zahlt. Rechnet man den groben Mietpreis, also die Kaltmiete, und die Nebenkosten zusammen, wird von der Warmmiete gesprochen. Diese kann locker um ein paar hundert Euro über dem Kaltmietpreis liegen.

Was zählt zu den Nebenkosten?

Doch wie errechnen sich die Nebenkosten eigentlich genau, wenn es ums Mietrecht geht? Grob gesehen werden die umlagefähigen Betriebskosten nach der Betriebskostenverordnung von den nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten unterschieden. Solange beide Parteien einverstanden sind, können allein die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden. Wichtig: dies muss im Mietvertrag genau vereinbart werden. Steht im Mietvertrag nichts darüber, dass der Mieter die Nebenkosten zu zahlen hat, dann ist er dazu auch nicht verpflichtet. Im Grunde sind übrigens auch in der Kaltmiete meist schon zahlreiche Nebenkosten enthalten. Diese werden auch kalte Nebenkosten genannt. Die warmen Nebenkosten sind, wie oben bereits erwähnt, Ausgaben für Heizung und Warmwasser, kalte Nebenkosten können beispielsweise die Grundsteuer, Wasserkosten, Müllabfuhr, Versicherungen, Hausreinigungen, Gartenpflege, Beleuchtung, möglicherweise die Instandhaltung eines Aufzugs, die Schornsteinreinigung, Instandhaltung von Gemeinschaftsräumen und andere Aspekte beinhalten.

Vorsicht vor Betrug

Wenn Aufwendungen dem Vermieter nur einmalig entstehen, es also hier keine laufenden Kosten zu nennen gibt, dann dürfen diese Nebenkosten dem Mieter nicht berechnet werden. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Mietausfall, Bankgebühren, Schönheitsreparaturen oder Verwaltungskosten handeln. Dass es dennoch im Bereich der Nebenkostenabrechnung immer wieder zu Betrugsfällen kommt, fällt den meisten Mietern überhaupt nicht auf. Es wird zwar von ihnen registriert, dass die Nebenkosten Jahr für Jahr steigen, doch hinterfragt wird dies meistens nicht. Wie der Deutsche Mieterbund vor ein paar Jahren herausgefunden hat, ist fast jede zweite Betriebskostenabrechnung, die den Mietern in Deutschland vorgelegt wird, unzulässig. Oftmals werden Nebenkosten angegeben, die gar nicht als solche abgerechnet werden durften. Deshalb lohnt es sich in jedem Jahr wieder, sich die Abrechnung ganz genau anzusehen und im Notfall auch zu hinterfragen, wie bestimmte Kosten sich ergeben haben oder entstanden sein sollen.

Die Rechte des Mieters

Der Mieter hat übrigens einen rechtlichen Anspruch darauf, seine Nebenkostenabrechnung genauestens überprüfen zu lassen, wenn er Zweifel an der Richtigkeit dieser Rechnung hat. Das Problem hierbei ist, dass die meisten Mieter von diesem Recht keinen Gebrauch machen, weil sie davon überhaupt nichts wissen. Der Großteil der Mieter vertraut dem Vermieter blind, oftmals auch aus dem Grund, weil man der Meinung ist, nichts dagegen machen zu können, wenn eine horrende Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert und man sich ernsthaft fragt, wie diese entstanden sein kann. Doch rein rechtlich muss der Vermieter einem einen Einblick in seine Unterlagen ermöglichen, wenn der Mieter das wünscht. Helfen kann einem bei Ungereimtheiten, die sich nicht intern regeln lassen, der Mieterverein. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, dann kann man sich hier von Experten Hilfe und Ratschläge holen. Doch nicht alles ist Schuld des Vermieters, der einen übers Ohr hauen will. Wer übertrieben viel heizt oder das heiße Wasser stundenlang laufen lässt, der muss sich nicht wundern, wenn er enorme Summen nachzahlen muss. Wenn man jedoch einen nachweislich ganz normalen Verbrauch hatte, lohnt es sich schon, die Nebenkostenabrechnung am Ende des Jahres einmal ganz genau zu betrachten und im Zweifelsfall nachzuforschen.